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Georgien 7 Minuten

Was Essen und Alltag in Tiflis kosten: unsere Ausgaben nach vier Wochen

Nach zwei Wochen hatten wir 1.230 Lari für den Monat hochgerechnet. Was am Ende auf den Bons stand, und warum die erste Woche kein Maßstab ist.

Schwarzes Khachapuri und Bier in Tiflis

Jetzt sind tatsächlich schon die ersten vier Wochen unserer Reise um und die Zeit in Tiflis neigte sich dem Ende zu. Mittlerweile haben wir bereits unseren Standort nach Batumi, ebenfalls Georgien, verlagert und sind schon sehr gespannt auf unsere erste Ausgaben Bilanz nach einem Monat in Tiflis. Natürlich haben wir dafür unsere Ausgaben für Alltag und Lebensmittel fleißig mitgeschrieben und schauen uns diese nun genauer an.

Wer meinen Kosten Beitrag Erste Einkäufe in Tiflis nach 14 Tagen gelesen hat, der kennt unsere erste Hochrechnung für Lebensmittel. Was uns am Anfang überrascht hat war, dass auch am Sonntag die Lebensmittelgeschäfte 24/7 geöffnet haben. Der erste Einkauf für die Grundausstattung war allerdings auch eine kleine Überraschung. Für den ersten Supermarkt Einkauf hatten wir knapp 330 GEL – rund 109 EUR bezahlt. Für zwei Personen fanden wir das zunächst ziemlich viel.

Eigentlich sollte Georgien doch günstiger sein?

Nach inzwischen vier Wochen können wir diese Frage etwas besser beantworten. Und vor allem können wir unsere erste Kostenhochrechnung vom 28. August 2026 mit den tatsächlichen Ausgaben vergleichen.

Unsere erste Hochrechnung nach 14 Tagen

Nach den ersten 14 Tagen hatten wir für unsere alltäglichen Einkäufe insgesamt 616,22 GEL, also rund 204 EUR ausgegeben.

Daraus hatten wir hochgerechnet: ca. 1.230 GEL / aufgerundet 407 EUR pro Monat. Dabei ging es allerdings hauptsächlich um unsere Einkäufe für den Alltag, also nur Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, exklusive Restaurantbesuche, Ausflüge, oder Fahrkosten.

In diesem Kostenbeitrag, möchten ich einmal komplett unsere Ausgaben des alltäglichen Lebens teilen, inklusive eines Postens mit dem wir nicht gerechnet haben, nämlich einer ungeahnten Laptop Reparatur. Die Wohnungskosten lasse ich allerdings raus, da dieser Posten stark von der individuellen Situation abhängt und damit verbunden ist, welche Ansprüche man an die Wohnung hat, wo man bucht, wie lange im Voraus man bucht und ob man einen Monatsrabatt bekommt, oder nicht.

Unsere tatsächlichen Ausgaben nach 28 Tagen

Für zwei Personen, im Zeitraum 15. August bis 12. September 2026, ohne Wohnung, inklusive Lebensmittel, Dinge des alltäglichen Bedarfs, Restaurantbesuche, Mobilität, Ausflüge und eine ungeplante Laptop Reparatur:

AUSGABENBEREICHGEL ca. EUR (1€ = 3,02₾)
Supermarkt550,54₾182,30€
Essen gehen inkl. Trinkgeld494,43₾163,72€
Gondel, Ausflüge145,60₾48,21€
Metro, Bolt, Zug120,34₾39,85€
Bäcker, Café, Eis156,98₾51,98€
Gemüse-, Obsthändler, Markt210,00₾69,53€
Käsehändler47,00₾15,56€
Summe1.724,89₾571,15€
ungeplant: Laptop Reparatur300,00₾99,34€
Gesamt2.024,89₾670,49€

Lassen wir die ungeplante Laptop Reparatur außen vor, so liegen wir hier bei 1.724,89 GEL / 571,15 EUR insgesamt, gut 20,39 EUR pro Tag, also ungefähr 10 EUR pro Person und Alltag. Berücksichtigen wir die Laptop Reparatur liegen wir bei 2.024,89 GEL / 670,49 EUR, dass sind ca. 12 EUR pro Tag und Person.

Und was ist aus der ersten Hochrechnung geworden?

Hier wird es besonders interessant. Unsere erste Hochrechnung lag bei ungefähr 1.230 GEL / ca. 407 EUR. Tatsächlich haben wir nach 28 Tagen nun 2.024,89 GEL / ca. 670 EUR ausgegeben. Auf den ersten Blick sind das also rund +794,89 GEL / +263 EUR mehr als ursprünglich angenommen.

Allerdings muss man hier genauer hinschauen, denn die erste Hochrechnung bezog sich vor allem auf Lebensmittel und alltägliche Einkäufe (Supermärkte, Obst-, Gemüse- und Käsehändler, Märkte, Bäcker, Eis, Café). Addieren wir diese Ausgaben, so landen wir hier überraschender Weise mit einer Gesamtsumme von 964,52 GEL / 319,37 EUR insgesamt 265,48 GEL / 87,63 EUR unter der ursprünglich angenommenen Summe von 1.230 GEL / ca. 407 EUR. Für alltägliche Lebensmittel haben wir also ungefähr 22 Prozent weniger ausgegeben als zunächst gedacht. Warum das so ist, liegt an der ersten Woche und steckt in der Verteilung.

Die erste Woche ist der Einzug

Da wir in der Ferienwohnung zu Beginn natürlich leere Regale und einen leeren Kühlschrank hatten, mussten wir erstmal einen Vorrat anlegen und haben Dinge gekauft, wie zum Beispiel glutenfreie Nudeln, Reis, Olivenöl, Wurst, Käse, Waschmittel, Müllbeutel, Wein, etc. Darum ist zwischen den ersten 14 Tagen und den zweiten 14 Tagen in Summe auch ein Unterschied erkennbar:

  • Die großen Einkäufe der ersten 14 Tage: 616 GEL / 204 EUR.
  • Die großen Einkäufe der zweiten 14 Tage: 348 GEL / 115 EUR.

Das die erste Woche die größten Ausgaben zählt, wird vermutlich ein Muster, was sich auch an den zukünftigen Orten wiederholt, da man in Ferienwohnungen erstmal eine Grundausstattung braucht. Generell haben wir auch da drauf geachtet, dass wir bis zum Ende des Aufenthaltes möglichst keine großen Reste übrig haben, die wir am Ende mitnehmen oder wegschmeißen müssen. Von daher spiegeln die Ausgaben unseren realistischen Verbrauch in vier Wochen wieder, also wenn man oft selbst kocht.

Georgisch ist billig, Importiertes nicht

Wer das kauft, was in Georgien wächst, oder hergestellt wird, der zahlt meistens den günstigeren Preis, als bei der Ware in Supermärkten, bzw. bei importierter Ware. Wir haben den Unterschied vor allem bei den Gemüsehändlern und Käsehändlern gemerkt, die deutlich günstiger waren als die Supermärkte. Aus diesem Grund haben wir unser Gemüse und Obst eher bei kleinen Händlern an der Straße, oder auf dem Markt gekauft.

Und wie ist das mit Gluten?

Da sich einer von uns glutenfrei ernähren muss, mussten wir auch hier neben Reiswaffeln, auf importierte Nudeln und Brot aus dem Supermarkt zurück greifen. Gerade in den kleineren Supermärkten gehören glutenfreie Produkte noch nicht unbedingt zur Standardware. Dinge wie glutenfreie Haferflocken, Nudeln, oder Mehl findet man eher in den großen Supermärkten, oder in Läden wie GEORGITA (ähnlich wie Reformhäuser, nur auf Georgisch), wo es Bio Produkte und eine kleine Auswahl an glutenfreien Produkten gibt, darunter auch Brot. Im GEORGITA haben wir Brot von Schär im Angebot für 4,95 GEL / 1,63 EUR bekommen, die Nudeln waren dort das Gegenteil für 19,80 GEL / 6,55 EUR. In Supermärkten wie Fresco Shopping Center haben wir glutenfreie Tagliatelle für 11,95 GEL / 3,95 EUR und Spaghetti für 6,99 GEL / 2,31 EUR bekommen. Auch habe ich gesehen, dass es ein glutenfreies Café „Gluten free“ und die „gluten free zone“ in den Stadtteilen Vera/Vake gibt. Leider haben wir beides nicht geschafft auszuprobieren.

Der Posten, der die Rechnung kippt

Wir haben 494 GEL / 163 EUR für 6 Restaurantbesuche ausgegeben. Das bildet fast ein Viertel der Gesamtkosten. Dazu kamen die Metro Fahrten, die in Tiflis sehr überschaubare Kosten verursachen. Eine Fahrt pro Person kostet 1 GEL / 0,33 EUR. Da kommen pro Woche nur ein paar Lari zusammen. Die höheren Kosten verursachten zu den Restaurantbesuchen, die Bolt-Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft 32,43 GEL / 10,74 EUR, die Gondeln, Standseilbahn, ein Tagesausflug nach Sighnaghi für 45,3 GEL / 15 EUR pro Person und unsere Zugtickets nach Batumi 36 GEL / 11,92 EUR pro Person.

Der Posten, den niemand einplant

Dazu kam die erwähnte Laptop Reparatur, gleich in der ersten Woche, mit der wir nicht gerechnet hatten. Ein Glas Wasser, ein unbedachter Moment und das MacBook wurde schwarz. Sehr ärgerlich, gerade wenn man es braucht.

Nach einem ersten Schockmoment wurde es bei i-Touch in unserem Viertel Marjanishvili repariert. Nach zwei Tagen konnten wir es abholen. Bezahlt haben wir dafür 300 GEL / 99 EUR. Das war der teuerste einzelne Posten, der nicht viel mit Tiflis zu tun hat, aber gerade auf längeren Reisen mal vorkommen kann.

Für uns war es eine neue Erfahrung. Am Anfang hatten wir uns einen Laptopschaden in Georgien ziemlich schlimm vorgestellt, aber am Ende waren es zwei Tage, ein Laden und ein Preis.

Unser Fazit

Unsere anfängliche Frage „Ist Georgien wirklich günstiger?“ würden wir inzwischen etwas differenzierter beantworten. Bei Lebensmitteln und alltäglichen Einkäufen können wir durchaus günstiger leben als in Deutschland. Vor allem, wenn wir lokale Produkte kaufen und dafür Märkte oder kleine Händler nutzen.

Aber Georgien ist nicht automatisch in jeder Kategorie billig. Importierte Produkte, glutenfreie Produkte, bestimmte Milchprodukte oder Fleischprodukte können durchaus auf deutschem Preisniveau oder darüber liegen.

Und natürlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob man jeden Tag selbst kocht, oder regelmäßig essen geht.

Dazu kommen die Kosten, mit denen man auf Reisen einfach nicht unbedingt rechnet. In unserem Fall war es gleich in der ersten Woche die Laptop Reparatur.

Selbstverständlich entscheidet nicht ein einzelner Supermarkteinkauf darüber wie teuer Tiflis ist, sondern der gesamte Lebensstil. An dieser Stelle können wir nur von uns ausgehen und berichten. Unsere Hochrechnung von rund 407 EUR für Lebensmittel und alltägliche Dinge für zwei Personen war dabei gar nicht so schlecht. Tatsächlich liegen wir in diesem Bereich sogar deutlich darunter.

Wir sind gespannt, welche Erfahrungen und Überraschungen in Batumi auf uns warten und wie sich hier die Ausgaben entwickeln werden.

Stand & Quellen

Alle Euro-Beträge sind mit 3,02 Lari je Euro umgerechnet, dem offiziellen Kurs der Georgischen Nationalbank vom 14. September 2026. Wer das später liest, nimmt besser den dann gültigen Kurs. Die Zahlen für die Kosten stammen aus unseren eigenen gesammelten Belegen und Notizen.

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