Was kann man in Tiflis unternehmen? Und wie funktioniert die Metro?
Unsere liebsten Orte in Tiflis, Tipps für Spaziergänge und Sehenswürdigkeiten sowie unsere Erfahrungen mit der Metro.

Foto: Johanna E.
Vier Wochen haben wir in Tiflis verbracht. Genug Zeit also, die Stadt nicht nur an zwei oder drei Tagen abzuhaken, sondern sie langsam kennenzulernen. Gerade wenn man auch wie wir, den Alltag in Tiflis lebt.
Nach vier Wochen in Tiflis waren es nicht unbedingt nur einzelne große Sehenswürdigkeiten, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind. Viel schöner fanden wir es, verschiedene Orte miteinander zu verbinden und durch die Stadt zu laufen, um ein Gefühl für sie zu bekommen. Wir haben viel zu Fuß erkundet, oder mit der Metro. Dabei haben wir allerdings auch festgestellt, dass Tiflis nicht überall besonders fußgängerfreundlich ist.
Ein gutes Beispiel dafür ist ausgerechnet der Bereich entlang des Flusses Kura, der mitten durch die Stadt fließt. Eigentlich gibt es dort auf beiden Seiten einen Fußweg. Dieser ist aber überwiegend umständlich über die Straße zu erreichen, wenn man nicht gerade bei einer Ampel, oder der Friedensbrücke ist. Besonders gereizt hat er uns deshalb nicht, weil auf beiden Seiten breite, mehrspurige Straßen mit viel Verkehr direkt daneben verlaufen. So richtig entspannt am Fluss entlangzulaufen, wie man es aus vielen anderen Städten kennt, funktioniert hier unserer Erfahrung nach deshalb nicht.



Auch bei anderen Wegen haben wir gemerkt, dass eine Strecke auf der Karte deutlich angenehmer aussehen kann, als sie am Ende tatsächlich ist. Sei es Baustellen, fehlende Fußwege oder plötzlich endende Fußwege. Alles haben wir erlebt. Auch mussten wir, wie viele andere Menschen auch, durch Baustellen laufen, während neben dran ein Bagger Sand geschaufelt hat.
Das bedeutet nicht, dass man Tiflis nicht gut zu Fuß erkunden kann, es kommt nur ein bisschen drauf an, wo man gerade ist. Gerade die Altstadt, Abanotubani (das historische Bäderviertel), die Gegend rund um den Rike Park (bei der Friedensbücke), oder viele kleinere Straßen lassen sich wunderbar zu Fuß entdecken. Man sollte nur damit rechnen, dass nicht jede direkte Verbindung auf der Karte auch automatisch ein schöner Spazierweg ist.
Genau deshalb haben uns die Strecken besonders gefallen, bei denen wir einzelne Sehenswürdigkeiten sinnvoll miteinander verbinden konnten.
Friedensbrücke und Altstadt
Die moderne Friedensbrücke führt über den Fluss Kura und verbindet die Innenstadt mit dem Rike Park.
Für uns war sie ein guter Ausgangspunkt für Spaziergänge durch die Altstadt. Von hier aus erreicht man viele bekannte Orte zu Fuß und kann sich einfach ein bisschen treiben lassen.



Der Uhrenturm beim Gabriadze-Theater
Ein Ort, an dem wir immer wieder vorbeigekommen sind, ist der schiefe Uhrenturm beim Gabriadze-Theater.
Der Turm sieht fast aus, als wäre er aus verschiedenen Gebäudeteilen zusammengesetzt worden. Genau das macht ihn so auffällig. Zur vollen Stunde öffnet sich oben ein kleines Fenster und eine Engelsfigur erscheint. Einmal am Tag gibt es außerdem eine etwas längere Figurenszene. Der Uhrenturm liegt mitten in der Altstadt und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die umliegenden Straßen verbinden.

Mit der Seilbahn über Tiflis zur Mother of Georgia
Vom Rike Park fährt eine Seilbahn hinauf auf den Hügel oberhalb der Altstadt.
Allein die Fahrt lohnt sich wegen der schönen Aussicht auf Tiflis. Oben steht die monumentale Statue Mother of Georgia, die über der Stadt thront. Was uns etwas überraschte, die Statue sieht man eigentlich nur von der Seite, oder von hinten gut, da sie direkt am Hang steht. Den Rückweg sind wir deswegen gelaufen. Beim runter gehen hatten wir dann einen schöneren Blick auf die Statue.
Oben erwarteten uns aber nicht nur die Statue und die schöne Aussicht, sondern auch viele Souvenierstände, Essensbuden, die nahegelegene Narikala-Festung und eine Zipline. Die Festung, sowie die Zipline konnten wir während unseres Aufenthalts aber nicht testen, da beides abgesperrt war. Trotzdem hat sich dieser Ausflug für uns gelohnt.



Schwefelbäder und der Weg zum Wasserfall
Einer unserer liebsten Spaziergänge führte durch das Bäderviertel Abanotubani.
Die kuppelförmigen Dächer der Schwefelbäder sehen völlig anders aus als viele andere Gebäude in Tiflis und gehören für uns zum Stadtbild mit dazu. Von dort führt ein Weg über die Liebesbrücke, durch eine Schlucht, durch die sich weitere Brücken schlängeln. Folgt man diesen, so kommt man an den Leghvtakhevi-Wasserfall.
Leider haben wir es zeitlich nicht mehr geschafft in ein Schwefelbad zu gehen und deshalb kann ich nicht darüber berichten. Was uns bei dieser Tour aber beeindruckte: man läuft mitten durch die Altstadt und plötzlich steht man zwischen Felswänden und vor einem kleinen Wasserfall.






Sameba-Kathedrale
Die Sameba-Kathedrale, offiziell die Dreifaltigkeitskathedrale von Tiflis, gehört zu den auffälligsten Bauwerken der Stadt. Ihre goldene Kuppel sieht man bereits aus großer Entfernung. Fast überall sticht sie hervor.
Die Anlage selbst ist sehr weitläufig und imposant. Der Besuch hat sich für uns gelohnt. Unser Rückweg auf der östlichen Seite der Kura, Richtung Marjanishvili war dagegen ein gutes Beispiel dafür, dass Tiflis zu Fuß nicht überall angenehm erschlossen ist. Womit wir nicht gerechnet hatten, sie wurde gerade mal von 1996 bis 2004 gebaut und ist noch lange keine 50 Jahre alt.





Mtatsminda – Freizeitpark
Wer Kinder hat, spazieren möchte, Tiflis von oben entdecken will, oder Lust hat einen schön angelegten Freizeitpark zu besuchen, ist im Mtatsminda Freizeitpark genau richtig. Dieser liegt im Grünen auf einem Berg, am Rand von Tiflis.
Wir haben für die Hinfahrt die Gondel ausgewählt und für die Rückfahrt die Standseilbahn genommen. Es gibt auch einen Wanderweg, oder die Möglichkeit mit dem Auto zu fahren, aber beides haben wir nicht getestet. Die Gondelfahrt dauert länger als zur Mother of Georgia, und man hat währenddessen einen wunderschönen Panoramablick über Tiflis. Oben angekommen befindet sich der Park, der sogar eine Achterbahn und einen Wasserspielplatz für Kinder beinhaltet, Restaurants, mehrere Aussichtspunkte, sowie der Fernsehturm von Tiflis, den man aus dem Tal schon sieht.
Wir waren am Nachmittag dort und hatten gehofft den Sonnenuntergang zu sehen. Allerdings verschwand die Sonne hinter dem Berg. Dennoch haben wir es genossen, zu sehen, wie sich abends die Stadt verwandelte und wie nach und nach überall die Lichter angingen.














Die Metro in Tiflis
Die Metro in Tiflis funktionierte bei uns sehr gut und sie fährt im einstelligen Minutentackt. Preislich sind 1 GEL = 0,33 EUR, Stand September 2026 für eine Fahrt und pro Person auch sehr günstig. Die Tickets kann man sich am Schalter direkt vor Ort kaufen. Man bekommt beim ersten Mal eine Pfandkarte, die an den Schaltern auch immer wieder aufgeladen werden kann. Dann geht man mit der Karte durch ein Drehkreuz und fährt mit einer langen Rolltreppe runter zu den Gleisen. In Stoßzeiten kann es allerdings etwas voller sein.



