Was man um Tiflis unternehmen kann: Unser Tagesausflug nach Kachetien
Unser Tagesausflug zu den Chroniken Georgiens und nach Kachetien mit Sighnaghi, Kloster Bodbe, Weinprobe, Shotis Puri und Tschurtschchela.

Foto: Johanna E.
Zum Abschluss unseres Aufenthalts in Tiflis wollten wir noch die Chroniken Georgiens sehen, sowie ein bisschen mehr von der Gegend außerhalb von Tiflis. Um das beides miteinander zu verbinden, haben wir an unserem letzten Tag relativ spontan eine organisierte Bustour in die Region Kachetien gemacht. Die Region liegt im Osten Georgiens und ist vor allem für ihren Wein bekannt. Unser Ziel war unter anderem die kleine Stadt Sighnaghi, die uns neugierig machte, da diese auch gerne als die „Toskana Georgiens“ bezeichnet wird.
Um 9 Uhr ging es los mit einer Gruppe von 18 Leuten und mit einem kleinen Bus. Gestartet sind wir am Europe Square. Kurz nach 19 Uhr waren wir wieder zurück.
Die Chroniken Georgiens
Unser erster Halt lag tatsächlich noch in Tiflis: Die Chroniken Georgiens befinden sich etwas außerhalb des Zentrums in erhöhter Lage und bestehen aus riesigen Säulen und Reliefs, die Szenen aus der georgischen Geschichte zeigen. Allein durch ihre Größe wirken sie ziemlich beeindruckend. Zudem hat man von ihnen aus einen sehr schönen Blick über den Tbilisi See und für einen Ausflug in Tiflis würde ich sie definitiv weiterempfehlen.
Anschließend ging es weiter Richtung Kachetien.




Kloster Bodbe und Sighnaghi
Bevor wir Sighnaghi erreichten, machten wir Halt am Frauenkloster Bodbe.
Die Klosteranlage liegt oberhalb des Alazani-Tals und ist von einer sehr schönen Landschaft umgeben. Was uns hier überraschte: Ein Teil der Anlage wurde vor gar nicht langer Zeit neu erbaut und 2019 eingeweiht.






Danach ging es weiter nach Sighnaghi.
Wir konnten die Stadt bereits aus der Ferne sehen. Sie liegt auf einem Hügel und gibt schon von weitem ein schönes Bild ab. Die Landschaft mit ihren Weinbergen und den Bergen im Hintergrund erklärt zumindest, weshalb die Georgier diese Stadt gerne als die „Toskana Georgiens“ bezeichnen.









Ganz wie in der italienischen Toskana haben wir uns dort allerdings nicht gefühlt. Sighnaghi wirkt aber gepflegter und touristischer als viele andere Orte, die wir bis dahin in Georgien gesehen hatten. Für einen Tagesausflug hat uns die Stadt aber gut gefallen.
Wein aus dem Qvevri
In Kachetien durfte natürlich auch eine Weinprobe nicht fehlen. Georgien besitzt eine sehr alte Weintradition. Besonders bekannt ist die Herstellung in sogenannten Qvevri. Dabei handelt es sich um große ovale Tonfässer, die in den Boden eingelassen werden. Zur Weinherstellung in Georgien wird nicht nur der Traubensaft, sondern die kompletten Früchte mit Schale und Kernen verwendet. Anschließend fermentiert und reift der Wein in den Tonfässern unter der Erde.




Nach unserer Weinprobe gab es Mittagessen und etwas freie Zeit, um Sighnaghi zu entdecken. Dabei erkundeten wir einen Teil der alten Stadtmauer zu Fuß und machten einen Spaziergang durch die kleinen Straßen. Wer lieber die Stadt per Rundfahrt anschaut, kann das hier auch mit einem kleinen Panoramabus machen.
Shotis Puri direkt aus dem Tonofen
Auf der Rückfahrt nach Tiflis folgten für uns noch zwei besonders interessante Stopps.
Zuerst besuchten wir eine ältere Georgierin, die uns zeigte, wie traditionelles Shotis Puri gebacken wird. Das längliche georgische Brot wird in einem tiefen Tonofen gebacken. Der Teig wird dabei direkt an die heiße Innenwand des Ofens geklebt und nach kurzer Zeit wieder herausgeholt. Einige Gäste haben das traditionelle Brotbacken direkt vor Ort selbst einmal ausprobiert. Frisch aus dem Ofen schmeckt es natürlich besonders gut.

Genau solche kleinen Einblicke haben uns auf der Tour besonders gefallen.
Unsere eigene Tschurtschchela
Beim letzten Stopp drehte sich alles um eine der bekanntesten georgischen Süßigkeiten: Tschurtschchela.
Wer durch Georgien reist, sieht die länglichen bunten Gebilde früher oder später überall an Marktständen und in Geschäften hängen. Die Süßigkeit besteht im Inneren aus einer Schnur mit aufgefädelten Walnüssen. Diese wird in eine dickflüssige Fruchtmasse getaucht, traditionell auf Basis von eingekochtem Traubensaft, und anschließend zum Trocknen aufgehängt.
Bei unserem Stopp, an einem Georgischen Spezialitäten Geschäft, wurden uns verschiedene Sorten Tschurtschchela, Honig und Saucen zum probieren angeboten und wer wollte, konnte sie auch kaufen. Außerdem gab es noch einmal Wein und Schnaps. Diesmal wurde er nicht in den bekannten Glasflaschen angeboten, sondern in einfachen Plastikflaschen, die komplett unbeschriftet waren und sich lediglich in der Deckelfarbe unterschieden. Solche Flaschen hatten wir in Georgien vorher schon öfter an Ständen gesehen und uns gefragt, was sich darin eigentlich befindet. Nun wussten wir es! Zum Abschluss hat jeder von uns seine eigene Tschurtschchela hergestellt.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Sighnaghi?
Für uns hat sich der Ausflug gelohnt. Gerade weil wir vorher überlegt hatten, Sighnaghi für eine etwas längere Zeit zu erkunden, uns dann aber doch für einen anderen Ort entschieden haben (den wir noch besuchen werden), war das für uns eine gute Möglichkeit die Stadt auf diese Weise zu sehen. Rückblickend hat uns für Sighnaghi der Einblick auch gereicht. Wer mehrere Tage oder sogar Wochen in Tiflis verbringt, bekommt bei einem Tagesausflug nach Kachetien noch einmal einen ganz anderen Eindruck von Georgien. Bei einem kurzen Aufenthalt von nur zwei oder drei Tagen würden wir dagegen zuerst Tiflis selbst erkunden. Nach vier Wochen Hauptstadt war der Ausflug für uns ein schöner Abschluss.

